Alte Werkzeuge und Exil-Inseln
Dieses Wochenende war wiedermal Museumsbesuch angesagt: Zufällig in der Zeitung entdeckt, dass im Museum Benaki (das in der Piraeus-Strasse, nicht das im Zentrum von Athen) die Ausstellung "outils des arts - art des outils" (kein Permalink, aber ein Link auf die aktuellen Ausstellungen) noch läuft. Werkzeuge und Kunst? Und dann noch mit Schweizer Organisatoren? Schon noch interessant...
Also in Gedanken abgeschätzt wo das Benaki ist und los gehts. In Erinnerung wusste ich: Station "Thiseio", dann runter an die Piraeus und bis zur Ecke. So trügt die Erinnerung, Strasse und "Ecke" stimmt schon, nur war es fast 2km weiter die Strasse runter. Naja, doch noch gefunden, aber das nächste Mal den Bus nehmen.
Zwischendurch noch auf dem Weg gesehen: Das Schild eines Museums fuer die politischen Gefangenen auf Makronissos und die politisch Exilierten auf Ai Strati (Agios Efstratios, einer kleinen Insel in der nordöstlichen Ägäis, die ich auf dem Rückweg von Limnos kurz gesehen habe). Leider waren weder der Eingang offen, noch die Öffnungszeiten vermerkt. (Schild siehe Foto links)
Die Ausstellung zeigt viele, viele schöne Werkzeuge: Schweizer, französische, holländische, englische, ..., Werkzeuge. Im Bild ein Buch mit Titel "Du The et du Caffee" und feine Hobel für Instrumentenbauer, der kleinste etwa so gross wie ein Daumen. Die Handwerker früher verwendeten bedeutend mehr Zeit auf individuelle Gestaltung und Verzierung der Arbeitsgeräte. Die Lebensdauer des Werkzeugs wurde längerfristig berechnet, die Werkzeuge waren sicher teuer im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten, sozusagen eine Anschaffung fürs Leben, eine langfristige Investition. Und die hat dann auch bedeutend länger als ein einfaches Leben gehalten, wie der grosse Bestand der Ausstellung zeigt. Viele der Werkzeuge sind einfach schön.