betabug... Sascha Welter

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31 March 2006

Das Leben ist (wieder mal) gut

Gerenne, Kopfweh, Aufenthalt
 
Bluehender Baum im
Athener Fruehling

Heute scheint die Sonne wieder, das Leben ist gut und ich kann lachen. Gestern gings mir schlecht, und das kam so: Vor kurzem stellte ich fest, dass meine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis fuer meine Wahlheimat abläuft. Kein Problem, ich kann ja ganz legal diese Erlaubnis verlängern, muss mich nur durch den (auch relativ glimpflichen) Bürokratie-Schlauch quälen. Gestern gings los...


Busbahnhof der
Eisenbahngesellschaft

Die ganze Prozedur war mir von letztem Jahr noch gut in Erinnerung, ich wusste, was ich letztes Jahr an Papierkram gebraucht hab. Da es diese Jahr um eine Verlängerung ging, bräuchte ich vielleicht weniger, aber das konnte ich nicht wissen. Alles in allem kam alles anders als erwartet. Mal der Reihe nach in Kurzfassung.

Von der U-Bahnstation gab es den Bus nicht mehr den ich letztes Jahr genommen hatte. Der Bus den ich schlussendlich nahm, fuhr irgendwo in die Prärie und ich stieg am (wohl eher stillgelegten) Busbahnhof der Eisenbahngesellschaft (jaja, sowas gibt's) aus um mit dem nächsten Bus zurückzufahren. Dort suchte ich etwas den Weg zur Behörde zu Fuss und wurde von einem Taxifahrer darauf aufmerksam gemacht, dass die Ausländerbehörde umgezogen ist.

Also bei der Telefonauskunft nachfragen. Die geben mir eine Adresse im Zentrum Athens. Sicher eine Niete, denn rund um die Ausländerbehörde ist üblicherweise die Hölle los und das tut sich die Gemeinde Athen nicht im Zentrum an. Dort angekommen war auch tatsächlich nichts.

Schrotthändler

Im KEP (Bürgerinformations-Stelle) nachgefragt, die geben mir an, wo ich hinmuss. Mit U-Bahn und Taxi dort hin. Doch die Wegbeschreibung ist nicht ganz exakt, ich laufe fast zwei Kilometer auf einer staubigen Strasse, die hauptsächlich von Lastwagen befahren wird und natürlich keinen Fussgängerweg hat. Dafür darf ich diesen schönen Secondhand-Ersatzteilhändler bestaunen. Die Emigranten aus Osteuropa werden sich über Ersatzteile für Volga, ZAZ und Moskwitch sicher freuen wenn sie ihre Visas abholen. Auf dem Weg überquere ich auch den kleinen Bach auf dem nächsten Bild. Sieht man selten in Athen.

Bach

Schlussendlich erreiche ich die Behörde und kann meine Frage loswerden: "Was brauche ich alles?" Pass, 2 Passkopien, 2 Kopien vom IKA (Krankenkasse), bescheinigte Bestätigung vom Arbeitgeber (plus natürlich die geheime Ingredienz, siehe unten). Alles kein Problem, bis auf das Papier vom Arbeitgeber, denn um das bescheinigen zu lassen, muss ich woanders hin, in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Und das wars dann auch für den Tag. Als ich im Büro ankam, war ich etwas über 5 Stunden unterwegs, um eine Frage beantwortet zu bekommen. Mein Kopf fühlte sich an wie überwalzt und ich war schweinemüde, unfähig gscheit zu arbeiten. Ein grosser Ouzo und ein Aspirin versuchten abends ihr bestes.

DS im Athener Strassenbild

Dafür heute morgen wieder mit gestärkten Kräften und gut vorbereitet ans Werk. Erst mal zur Arbeitsbehörde, mit dem Papier vom Arbeitgeber, das wir gestern noch vorbereitet hatten. Wieder früh aufstehen, Busverbindung ist schon notiert, alles kein Problem. Nur ist diese Behörde auch umgezogen. Scheint ansteckend zu sein. Immerhin sind sie nicht weit und haben auch hinterlassen wo sie zu finden sind. Dort angekommen stelle ich aber fest, dass niemand das Recht hat, der Arbeitsbehörde vorzuschreiben vor 9 anzufangen. Also erstmal im Park warten und bei der Gelegenheit gleich noch mehr Fotokopien machen lassen. Bei Behördengängen immer genug Fotokopien von allen Dokumenten dabei haben. Die japanischen Fotokopierer-Imperien gründeten ihren Reichtum auf den Anforderungen der griechischen Behörden alles mit multiplen Kopien zu hinterlegen. Natürlich stellt nie die Behörde den Kopierer. Beim warten auch noch diese hübsche DS-Dame entdeckt, wirklich gut im Schuss und heutzutage nicht mehr so oft gesehen.

Um neun steh ich dann vor der Tür, zusammen mit einem Haufen anderer Frühaufsteher geht's rein. Abgesehen von einer kleinen Unsicherheit geht es fix. ("Wie war das mit den Schweizern, sind die jetzt EU oder so?" Genau, vor allem das "oder so", aber im Prinzip werde ich "wie EU" behandelt.) Und das es fix geht ist gut, denn mit dem Taxi geht es gleich weiter zur nächsten Station.

Diesmal versuche ich es bei der Polizeizentrale vom vorderen Eingang her. Der ist nämlich auf der "Petrou Ralli", einer grossen Durchgangsstrasse. Der Polizist am Tor sagt mir das es verboten ist hier reinzukommen und lässt mich dann durch. Ich bin alleine am Schalter, habe alle Papiere dabei, sogar die geheime Zutat... nämlich ein Passfoto. Es ist ja schon offensichtlich, dass ich für ein Papier mit Foto ein Passfoto brauche. Und selbst wenn ich es nicht wüsste, hätte ich immer einige Passfotos dabei, denn die japanische Passfotomaschinen-Industrie wollte hinter den Fotokopierern nicht zurückstehen und schmeichelte sich auch bei der grieschen Bürokratie ein.

Nach kurzem warten und dem erstehen einer Stempelmark für 23 cents durfte ich mein neues Papier vom Direktor unterschreiben lassen. Gültig bis 2011, das ist doch nett. Auf der Rückfahrt konnte ich dann auch wieder so richtig strahlen, trotz Müdigkeit.

Posted by betabug at 19:07 | Comments (0) | Trackbacks (0)
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Life in Athens (Greece) for a foreigner from the other side of the mountains. And with an interest in digital life and the feeling of change in a big city. Multilingual English - German - Greek.
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