Kathedrale
Noch tief in den Eingeweiden der Kathedrale bewegt sich Leon auf die andere Seite dieser Tür zu. Er verlässt den dunklen Raum hinter der Gasse, lässt leere Flaschen, leere Kartons und zwei Mopeds hinter sich. Im Gang blenden ihn Neonröhren. Sie sind taghell und doch wirkt der Gang düster. Auf allen Oberflächen klebt eine gelbliche Schicht aus Fett und Dreck. Die Luft ist abgestanden und schmeckt flach. Er geht an der Spülküche vorbei, riecht faulige Zitronen und weggeschütteten Alkohol. Die Spülmaschinen zischen und dampfen gegen das Rum-Dum-Dum der Soundanlage an. Zwei Office-Burschen schauen kurz auf, als er vorbeigeht, ein Moment des Wahrnehmens in einer Nacht voll gleicher Handgriffe. Dann laden und entladen sie weiter Gläser aus den Maschinen. Leon folgt dem Gang um die Ecke, geht auf die Tür zum Club zu. Die Tür kommt ihm entgegen, ein Abräumer mit einem Tablett voll leerer Gläser hastet herein. Leon drückt sich auf die Seite, zieht das Telefon aus der Tasche. Das Display sagt, dass der Anruf aus dem Büro kam. Leon beisst sich auf die Unterlippe, fühlt, wie das Blut aus seinem Kopf rauscht. Bevor ihm die Beine wegknicken, kann er sich gerade noch gegen eine Eiswürfel-Maschine lehnen. So schnell hätte er nicht damit gerechnet.