Auf dem Schiff
Das Aussichtsdeck am Heck liegt leer wie erwartet, die verschraubten Plastikstühle und Tische feucht von der Kühle der Nacht über der Ladefläche. Konstantin geht weiter seinen Weg auf der anderen Seite des Schiffs Richtung Bug. Sein alter Freund Stanley Lamb hatte ihn gebeten, den Techniker zu begleiten. Und vielleicht ein Auge auf ihn zu haben, Beide hatten sich angewöhnt, nicht immer alles auszusprechen. Vor vielen Jahren waren sich in den Büros eines grossen Zeitungsverlages zwei junge Männer begegnet. Bede verschieden in Herkunft und Ausbildung, doch beide mussten sich in der von den älteren Verlagsmitarbeitern dominierten Umgebung zurechtfinden und behaupten.
Durch das matte Glas in der Tür ist nicht viel zu erkennen, aber auf dem Schild steht: "Für Passagiere kein Zutritt". Er greift nach der Türklinke und grüsst beim Betreten der Crewmesse freundlich. Zu essen gibt es eine dicke Suppe, Weissbrot und Käse. Der Käse ist so hart, dass Konstantin ihn mehr abbricht als schneidet. Um diese Zeit der Nacht werden die Mahlzeiten einfacher. Die Seeleute sind mit Essen beschäftigt, lassen Konstantin in Ruhe. Die Fragen nach den neuesten Ereignissen, von denen der Reporter berichten kann, wurden schon abends gestellt. "Der Junge?", fragt der Koch. Konstantin schüttelt den Kopf, nimmt noch einen Löffel Suppe. "Er schläft. Lass ihn schlafen." Der Koch kaut selber an Käse und Brot, er fragt nicht nach. Um diese Zeit der Nacht ist man dankbar für jeden, den man schlafen lassen kann. Das Neonlicht ist hart und kalt in der Messe.