betabug... Sascha Welter

home english | home deutsch | Site Map | Sascha | Kontakt | Pro | Weblog | Wiki

06 December 2010

Schaden für die Diplomatie?

NZZ-Kommentar

Die NZZ berichtete über die Einrichtung von wikileaks.ch durch die Schweizer Piratenpartei. Ich gab einen Kommentar zum Artikel ab:

Schadet es der Diplomatie nicht viel eher, wenn man UN-Diplomaten bespitzelt? Gefährdet man die eigenen Diplomaten nicht eher, wenn man sie illegal in Spionage verwickelt? Die schmutzigen Geschäfte der Amerikaner sind nicht durch Wikileaks entstanden, sie wurden dadurch nur an die Öffentlichkeit gebracht. Ich wünsche mir von der NZZ mehr Einsatz für Pressefreiheit und Quellenschutz. Wikileaks sollte ein Vorbild für investigativen Journalismus sein. Die Zensur von Wikileaks ist nur ein Vorreiter für weit schmerzhaftere Presse-Maulkörbe, demnächst darf die NZZ vielleicht über die Kriege in Afganistan und Irak nur noch die amerikanischen Presse-Meldungen abdrucken... alles andere "würde Menschenleben gefährden".

Die Richtlinien für Kommentare der NZZ lauten:

"Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie frei. Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu publizieren. Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht."

Mein Kommentar ist nicht erschienen. Gerne würde ich wissen, welche der Regeln verletzt wurden, aber "der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen" - natürlich. Ich nehme mal an, da gibt es noch eine Regel, die nicht aufgeschrieben ist: "Du sollst die Redaktion nicht kritisieren. Schon gar nicht, wenn sie amerikafreundlich ist."

Symptomatisch für die Haltung der NZZ-Redaktion ist ein Kommentar von Andreas Rüesch vom 30. November. Unter dem Titel "Lecks sind Gift für die Diplomatie" singt Rüesch ein Loblied der Diplomatie. Erstaunlich ist dabei, dass das Wort "Pressefreiheit" im Kommentar komplett fehlt. Nun sind Kommentare ja gerade der Teil eines Presseprodukts, der nicht ausgeglichen und wertfrei zu sein braucht. Hier darf man Meinungen ausdrücken. Nur ist es schon erstaunlich, dass die NZZ also der Meinung ist, dass die Publikation dieser Geheimdokumente der Diplomatie nicht rechtens ist, dass eine Kontrolle (vielleicht ja sogar eine Zensur) sinnvoll wäre.

Nur, hier redet jemand, der in der richtigen Position steht. Es wäre der NZZ durchaus möglich, sämtliche Informationen aus der wikileaks-Quelle einfach nicht abzudrucken. Selbst-Zensur nennt man so etwas. Selbst-Zensur ist eine angemessene Verhaltensweise für Presse-Organe in totalitären Regimes.


Posted by betabug at 10:21 | Comments (0) | Trackbacks (0)
09 December 2010

Liebe Postfinance...

Was man so alles lernt

... die Evolution hat uns doch schon länger gezeigt gehabt, dass es mit fehlendem Rückgrat schwerfällt, sich gegen Primaten zu verteidigen.

Ein Opfer von (nota bene wohl illegalen) DDoS-Attacken zu sein ist sicher nicht schön. Die eigenen Kunden draussen stehen lassen zu müssen noch weniger. Hättet Ihr doch mal ein kleines wenig Rückgrat gezeigt. Sicher konntet ihr nicht wissen, dass es so kommen würde (konnte wohl niemand wissen), aber dass Ihr selbst ohne die DDoS-Angriffe da freiwillig in ein PR-Desaster rennt, das hätte Euch doch schon klar sein müssen.


Posted by betabug at 15:54 | Comments (0) | Trackbacks (0)
15 December 2010

Wie ist denn das mit den Streiks?

Ansichten eines Danebenstehenden
 

Diese Woche geht es in Griechenland rund mit Streiks. Die ausländische Presse berichtet, dass alles still steht, Kommentatoren proklamieren mit erhobenem Finger die Lasterhaftigkeit der Streikenden. Der Kenntnisstand ist dabei wohl eher niedrig einzuschätzen. Die Presse druckt eigentlich nur Agenturmeldungen ab, die Kommentatoren käuen irgendwo gelesenes wieder. Hier war keiner von denen - ich hoffe mal, dass wenigstens die Agenturen tatsächlich jemanden vor Ort haben.

Nun, wie ist das so, am zweiten von drei Streiktagen vor Ort? Es ruckelt, so ist das. Wenn man kein Auto hat, kommt man nicht vom Fleck. Wenn man irgendwelche Behördengänge ob hätte, dann würde man die verschieben. Zeitung lesen kann man nicht. Im Radio läuft Musik. Ich persönlich gehe zu Fuss zur Arbeit, da trifft mich der Streik im öV nicht so, früher arbeitete ich an solchen Tagen von zu Hause aus. Wenn man natürlich Reisen will/muss oder wenn man etwas dringendes erledigen muss, rechtlich, medizinisch oder so... dann ist das ein grosses Problem.

Warum das ganze? Warum dieser Streik? Sollten die bösen Griechen, die so viele Schulden angesammelt haben nicht froh sein, dass ihnen "die Deutschen" / "die EU" etc. Geld zuschiessen und halt die paar "Abstriche" hinnehmen? Tjaja, die Presse erzählt eben nicht die ganze Geschichte... wie denn auch, die "ganze Geschichte" ist ja auch schwer zu überschauen. Versuchen wir mal, einen kleinen Blick darauf zu werfen...


Continue reading "Wie ist denn das mit den Streiks?"
Posted by betabug at 12:36 | Comments (0) | Trackbacks (0)
20 December 2010

Analog Appreciation

Nostalgia or a different feel to things

Already a week ago, Adamo (the postmaster.gr) made a short post about Fountain pens, ink and paper, that sparked some thinking in me. Here is what I commented on his post - my comment would work equally well on its own:

Between vinyl records, film-based photography, fontain pens and manual typewriters (and probably some others I forgot), there are various movements that appreciate “analog” technologies again. What I like about all these is the change of pace and introspection that goes with them. Having to stop and turn a record every 20 minutes gives listening to music a different feel, as does writing with a fountain pen. (Have you been to the tiny cafe “Petite Fleur” in Kolonaki? They have a record player, when they’re too busy to flip the record, there will be a spell of silence from the speakers.

The syndrome of having to collect all kind of stuff is on another level too though, lots of people just buy things. I try to counter that by using only what I already have :-)

... and then I could have gone on at length about these things. I'm really starting to appreciate many of these things lately. Maybe I'm just nostalgic, but I honestly believe I like the feel these things give me and I see some difference in the results. The results differ not only due to the differing texture of the technology, but also due to a different involvement of the author.


Posted by betabug at 11:17 | Comments (0) | Trackbacks (0)
23 December 2010

Stahlhelm

Es gibt immer noch was, was man noch nicht gesehen hat
 

Letzten Montag aus dem Supermarkt gekommen und da war einer von diesen Geldtransportern da. Klar, aus dem Supermarkt müssen die Kröten ja auch irgendwann abtransportiert werden. Was ich allerdings noch nie gesehen hatte: Der eine von den Security-Typen hatte nicht nur eine Weste an, sondern auch einen Stahlhelm auf. Kriegerische Sache sowas, sehr beeindruckend. So ein Modell mit seitlich und hinten heruntergezogener Kante (wie die deutschen Stahlhelme im Weltkrieg oder die aktuellen amerikanischen). Bewaffnet war er aber nicht, jedenfalls hab ich keine Waffe gesehen. Ich hab nicht schlecht gestaunt.


Posted by betabug at 09:52 | Comments (0) | Trackbacks (0)

I'm not older than you, it's just that I was young before it was fashionable with you guys!

Old Skool? wtf?
 
betabug at age 16 or 17

Yeah, so I've been around for a while now. That doesn't mean I'm old, just that I was young before it was in fashion with you guys ;-)

This polaroid picture was taken by my daddy when I was around 16 or 17, with his Hasselblad. Shortly before that, there had been red/green/blue spots in the hair too. Shortly after, in '86, I moved to Greece to live on my own.


Posted by betabug at 16:45 | Comments (1) | Trackbacks (0)
27 December 2010

How I spent Christmas

Reading Moby Dick

Merry Crisis! Καλά Χρωστούμενα! Christmas days are over, I'm still slacking, since I "cashed in" my last two vacation days for this year.
So, what did I do over the holidays? I ate a lot, didn't go out much and been reading "Moby Dick". Now that is one book that needs a lot of patience. I'd started it a long time ago, but since I read it only at R's place and had been reading lots of other stuff... It takes a while.
I'm now almost halfway through it. Just now, for the first time any real action is happening.
So, do I like it? Yes, it is interesting. It has some dry parts, where things drag out. Then, next chapter, the style changes and stuff moves. The book has a bit of a bad name ("the last guy who really read it was the guy who wrote the Cliff's") and I can imagine it would be a pain to read it for school. At my own pace, over a slacking holiday, it's just fine!


Posted by betabug at 20:33 | Comments (0) | Trackbacks (0)